Medikamentenabhängigkeit

Laut einer Schätzung der Bundesärztekammer gibt es in Deutschland bis zu 1,9 Millionen Menschen, bei denen eine Abhängigkeit von Medikamenten vorliegt. Schätzungen anderer Institutionen gehen sogar von bis zu 2,4 Millionen betroffenen Abhängigen aus.

Oft bleibt eine Medikamentenabhängigkeit unbemerkt, da sie sich still und leise einschleicht. Die Betroffenen entsprechen in der Regel nicht dessen, was man sich unter einem typischen „Süchtigen“ vorstellt. Ein Betroffener hat keine Fahne die man riechen könnte. Je nach Mittel und Dosierung bleiben wahrnehmbare optische Anzeichen sogar ganz aus. Man muss als schon genauer hinsehen, um eine Sucht als Ursache für eine Verhaltensänderung eines Angehörigen, Freundes oder Kollegen erkennen zu können.

Bei etwa 80% der Betroffenen handelt es sich um eine Abhängigkeit von Benzodiazepinen. Nicht selten kommt es hierbei auch zu einem Mischkonsum, zum Beispiel mit Alkohol.

 

Folgende Substanzgruppen können sowohl missbraucht werden als auch eine körperliche Abhängigkeit hervorrufen:

  • Amphetamine
  • Barbiturate
  • Benzodiazepine
  • Non- Benzodiazepine (Z-Drugs)
  • Narkosemittel
  • Opiathaltige Schmerzmittel

 

Folgende Substanzen können zu einem Missbrauch führen, körperliche Schäden können die Folge sein:

  • Antidepressiva
  • Antihistaminika
  • Apothekenpflichtige Analgetika
  • Ephedrin
  • Laxanzien
  • Nasenspray

 

Klassifizierung nach ICD-10

  • „Störung durch Opiate“ (F11) für opiathaltige Schmerzmittel.
  • „Störungen durch Hypnotika und Sedativa“ (F13) für Barbiturate, Benzodiazepine und Non-Benzodiazepine.
  • „Störungen durch Stimulanzien“ (F15) für amphetamin- koffeinhaltige Präparate.
  • „Missbrauch von nicht abhängig machenden Substanzen“ (F55).

 

 

Behandlung:

Zur Behandlung einer Medikamentenabhängigkeit steht wie bei anderen Suchterkrankungen auch, dass gesamte Hilfesystem zur Verfügung.

WICHTIG :

Ein Entzug sollte unbedingt in einer kontrollierten Umgebung oder zumindest unter ärztlicher Aufsicht geschehen, da es zu Risiken beim abrupten absetzen einiger Medikamente kommen kann.

Beispiel Laxanzien: Der Entzug sollte nie abrupt erfolgen, da sonst die Gefahr eines Darmverschlusses droht.

Es stehen zur Verfügung:

  • Entzugseinrichtungen
  • Ambulante- und stationäre Suchttherapie
  • Selbsthilfegruppen
  • Psychotherapie

 

Prävention

Meiner Meinung nach steht die Heilung einer Krankheit immer über der Abhängigkeit. Wenn es also die Situation zwingend erfordert ein Medikament zu nehmen, welches ein hohes Abhängigkeitspotential beinhaltet, hat man nun mal keine andere Wahl.

Wichtig ist jedoch, dass dies kontrolliert mit dem behandelnden Arzt geschieht und keine eigenmächtige Änderung der Dosierung oder der Dauer der Einnahme vorgenommen wird. Veränderungen (wie zum Beispiel Entzugserscheinungen) müssen zwingend mit dem Behandelnden Arzt besprochen werden, damit dieser die geeigneten Schritte einleiten kann.

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